Warum die Reichweite von Elektroautos kein Problem ist

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„Elektroantrieb? Pff, da bleibt man doch dauernd auf halber Strecke liegen. Und Ladestationen findet man auch nirgends.“ So oder so ähnlich klingen häufig die Reaktionen auf Emobility und machen deutlich: die grösste Sorge bereitet den Menschen die Reichweite von Elektroautos. Doch wer genauer hinschaut, erkennt, dass diese Sorge (mittlerweile) völlig unbegründet ist. Warum?
 

Die maximale Reichweite liegt weit über der üblichen Fahrstrecke

Wir Schweizer legen durchschnittlich pro Tag ca. 24 km mit dem Auto zurück - das sind die Ergebnisse der Studie «Mikrozensus Mobilität und Verkehr», die das Bundesamt für Raumentwicklung und das Bundesamt für Statistik im Jahr 2017 veröffentlicht hat (in Deutschland sind es im Schnitt übrigenstäglich ca. 38 km). Wovor haben wir also Angst, wenn die Reichweiten heute ungefähr zwischen 200 und 500 km liegen? Nach diesem Durchschnittswert können wir 7 Tage am Stück fahren, bevor wir überhaupt ans Aufladen denken müssen. Wer sein Auto alle 2-3 Tage bequem über Nacht oder während der Arbeitszeit auflädt, muss im Alltag nie wieder einen Gedanken an die Reichweite oder unerwartet nötige Tankstopps verschwenden.

Auch immer mehr Restaurant-, Kino- oder Kaufhausparkplätze bieten Möglichkeiten zum Aufladen an. So kann der Ladeprozess ganz bequem in den Tagesablauf eingebunden werden und wird so völlig zur Nebensache – ein krasses Umdenken im Vergleich zu Verbrennungsfahrzeugen.
 

Das Netzwerk für Ladestationen wird immer besser

Schnellladestationen für Zuhause sind wohl eine der praktischsten Erfindungen im Zuge der Emobility-Entwicklung. Wer hat schon eine eigene Zapfsäule in der Garage stehen und kann jeden Tag vollgetankt losfahren? Doch auch unterwegs wird das Netzwerk für Ladestationen immer weiter ausgebaut. In den meisten Ländern Europas gibt es bereits mehr Ladestationen als Tankstellen, also sind auch Langstrecken kein Problem mehr.

In 30-40 Minuten ist der Akku wieder zu 80% voll – zugegeben länger, als einen Benzintank zu füllen. Aber nach einer 300 km - Fahrt sollte man sich sowieso eine Pause gönnen - und Hunger macht sich bestimmt ebenfalls breit. Also einmal Luft schnappen, sich eine Mahlzeit gönnen, kurz noch auf die Toilette und es kann wieder losgehen. 30 Minuten vergehen bei so einer Pause schneller, als man denkt. Von den geringeren Kosten (teilweise sogar 0 CHF pro Ladung) mal ganz zu schweigen.

Verschiedene Anbieter bzw. Systeme bieten eine immer dichtere Infrastruktur an Ladestationen. Dass sich dabei noch kein Gewinner-System durchgesetzt hat, ist zwar einerseits mühsam, da man meist verschiedene Apps auf seinem Handy installieren muss, andererseits belebt Konkurrenz ja bekanntlich das Geschäft: Um sich durchzusetzen, entwickeln die Anbieter ihre Stationen und Anschlüsse immer weiter und verdichten ständig das Auflade-Netz.
 

Fazit: Die Schranken der Elektromobilität sind vor allem in unserem Köpfen

Wir sind mit Verbrennungsmotoren aufgewachsen, haben uns daran gewöhnt, stets die Tank-Anzeige im Auge zu behalten und rechtzeitig, spätestens wenn die Reserve-Lampe leuchtet, eine Tankstelle zu suchen, denn die nächste könnte erst im nächsten Ort kommen. Im Zeitalter der Elektromobilität benötigen wir eine andere Denkweise. Wir sollten das „Betanken“ eines Elektroautos nicht mit dem eines Verbrennungsautos vergleichen, sondern eher mit unseren Smartphones: Wir laden es über Nacht auf, nutzen es am Tag und wenn nötig, stöpseln wir es auch im Café an die Steckdose an... einfach, bequem und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.