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Elektroinstallation

18 Parkplätze, 1 Technikraum und 14 Ladestromkreise: So brachte Bachtel Elektro eine ganze Siedlung ans Solarladen

18 Parkplätze mit einer zentral gesteuerten, solartauglichen Ladeinfrastruktur.​

Lesezeit: ca. 4 Minuten  

07. Oktober 2026

Wenn eine ganze Stockwerkeigentümerschaft an einem Ladeinfrastruktur-Projekt beteiligt ist, wird aus einer technischen Aufgabe auch eine organisatorische. Die Bachtel Elektro GmbH hat genau das für eine Wohnsiedlung mit Reihenhäusern in Rüti gemeistert – von der ersten Konzeptpräsentation an der Stockwerkeigentümerversammlung bis zur individuellen Bestellung jeder einzelnen Eigentümerschaft.

Das Ergebnis: 18 Parkplätze mit einer zentral gesteuerten, solartauglichen Ladeinfrastruktur – und ein Lastmanagement, das auch bei unterschiedlichen Wechselrichtern zuverlässig funktioniert.

simplee: Ihr habt den Zuschlag für das Projekt an einer Eigentümerversammlung erhalten. Wie kam es dazu?
Marco: Wir waren eingeladen, ein Konzept auszuarbeiten und an der Versammlung vorzustellen. Der Wunsch der Eigentümerschaft war klar: Ladestationen mit Grundinstallation, die mit Solarstrom geladen werden können. Wir haben unser Konzept präsentiert, Fragen beantwortet – und tatsächlich direkt an der Versammlung den Zuschlag erhalten.

simplee: Die Ausgangslage der Überbauung war etwas speziell. Was hat das für die Planung bedeutet?
Marco: Genau, weil es Reihenhäuser sind, mussten wir Einzelleitungen erstellen, damit jedes Haus tatsächlich von der eigenen PV-Anlage profitieren kann. Das war eine wichtige Voraussetzung, damit die Eigentümer ihren eigenen Solarstrom fürs Laden nutzen können.

simplee: Was war die grösste technische Herausforderung im Projekt?
Marco: Das war klar der zentrale Technikraum in der Mitte der Überbauung. Dort sind Heizung und Hauptverteilung mit allen Zählern untergebracht, dort haben wir auch das Lastmanagement und das CVM (den Stromzähler) eingebaut. Von dort aus mussten wir anschliessend ein ganzes Netzwerk aufbauen – bis zu allen Parkplätzen.

simplee: Warum war euch ein stabiles Netzwerk so wichtig?
Marco: Wir wollten von Anfang an keine Offlinelösung und auch keine, die nur über das Mobilfunknetz läuft. Das WLAN war uns wichtig, weil wir für jene, die es wünschen, die Grundlage für dynamisches Laden über Loxone legen wollten. Und weil es in der Siedlung verschiedene Wechselrichter hat, mussten wir das Netzwerk zuerst sauber aufbauen.

simplee: Wie seid ihr beim Netzwerkaufbau konkret vorgegangen?
Marco: Wir mussten Netzwerkkabel in bestehende Rohre und Schächte ziehen, dafür teilweise auch Rohre spülen. An einzelnen Stellen haben wir zusätzlich weitstrahlende Antennen installiert, damit die WLAN-Abdeckung über die ganze Anlage zuverlässig funktioniert.

simplee: Nach dem Zuschlag ging es an die Umsetzung. Wie habt ihr die Bestellungen der einzelnen Eigentümer organisiert?
Marco: Wir haben einen Terminplan erstellt und Bestellformulare generiert, damit jeder Eigentümer wählen konnte, was er wollte: mit Ladekabel oder ohne, oder nur Easee Ready. Am Ende gab es 14 Bestellungen von den insgesamt 18 Parkplätzen – 5 Ladestationen und 9 Rückplatten.

simplee: War die Technik oder die Organisation die grössere Herausforderung?
Marco: Ehrlich gesagt die Organisation. Die Technik hatten wir irgendwann im Griff. Aber bei Reihenhäusern gibt es keine grosse Tiefgarage, die man einfach für eine gewisse Zeit sperren kann. Es gab einzelne Übergaben, individuelle Absprachen und Prozesse mit jedem einzelnen Eigentümer – das hat viel Koordination gebraucht.

simplee: Konnten sich die Eigentümer auch für dynamisches Laden entscheiden?
Marco: Ja, nach Abschluss dieser Phase konnten die Eigentümer entscheiden, ob sie das dynamische Laden über Loxone gelöst haben wollten, was auch die umsetzen werden. Einer der Gründe, weshalb wir uns bei diesem Projekt für Easee Ladestationen entschieden haben, ist, dass einphasiges Laden bereits ab 1,4 kW Solarüberschuss möglich ist. So können Elektroautos auch bei relativ geringer Sonneneinstrahlung mit Strom von der eigenen PV-Anlage geladen werden.

simplee: Ihr setzt in diesem Projekt auch das kürzlich eingeführte Easee Cloud Load Balancing ein. Warum nutzt ihr es, und wie funktioniert’s?
Marco: Das Cloud Load Balancing verlagert auf Wunsch einen Teil des Lastausgleichs und Lademanagements in die Cloud. So können auch Stromkreise ausserhalb des WLANs im Lastausgleich berücksichtigt werden. In unserem Fall waren das zwei Parkplätze, die wir mit WLAN nicht erschliessen konnten, weil entweder die Rohre defekt waren oder die Eigentümerschaft das nicht wollte.

simplee: Was bleibt aus diesem Projekt, auch mit Blick auf zukünftige Aufträge?
Marco: Es gibt jetzt klare Pläne, die zeigen, wo die Access Points, die Ladestationen und die Readys sind. Einfach gestaltet, aber wichtig für die Fördergelder. Der Weg für Folgeaufträge ist frei.

Danke, Marco, für die Einblicke. Auf viele weitere gemeinsame Projekte!

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